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Recht auf gewaltfreie Erziehung

Recht am eigenen Körper

Von Caroline Köpke
AWO FZ Kita Kunterbunt

 

Sobald Kinder in den Kindergarten kommen, zeigen sie vermehrtes Interesse an matschen, Farben und Wasser, was zwangsläufig dazu führt das sie umgezogen oder sogar geduscht werden müssen. Abgesehen von der alltäglichen Körperpflege ist es ein Grundbedürfnis gewickelt zu werden, um sich wieder sauber zu fühlen. Der Körper des Kindes und dessen Intimsphäre sollte hier genauso respektiert werden wie die eigene.

Im Tagesablauf ist es wichtig auf die Signale der Kinder zu achten, ob verbal oder non-verbal. Vor allem im U3 Bereich sollte klar sein, wie bedeutend die kontinuierliche Körperpflege, das regelmäßige wickeln und die dabei entstehende Körpernähe ist. Vor allem in den ersten Lebensjahren darf man diesen Bereich nicht unterschätzen oder ihm weniger Aufmerksamkeit widmen. Bereits ab der Eingewöhnung im Kindergarten ist es wichtig den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder auch im Bereich Körperpflege nachzukommen. Man darf nicht vergessen: Bis zu diesem Punkt wurde dieser Bereich immer von den Eltern übernommen.

Das Bedeutet, dass die Kinder grundsätzlich gefragt werden, wer sie wickeln soll und ob es in Ordnung ist, wenn es eine bestimmte Erzieher*in macht. Wird es von einem Kind verneint sollte man dies unbedingt ernst nehmen und dem Wunsch von jemand anderen gewickelt, geduscht oder umgezogen zu werden, nachkommen.

Kinder haben das Recht selbst zu bestimmen mit wem sie diese wichtige Situation erleben möchten. Die Wickelsituation ist eine wichtige pädagogische Tätigkeit und sollte als Bildungs- und Beziehungsmoment genutzt werden. Ignoriert man hier die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist es einerseits eine Grenzüberschreitung und andererseits könnte die bis dahin entstandene Bindung gestört werden.

Innerhalb einer Wickelsituation im Kindergarten geht es nicht nur um die reine Körperpflege. Die pädagogische Fachkraft sollte sich voll und ganz dem Kind zuwenden und die eins zu eins Situation nutzen um die vielleicht vorhandene Bindung weiter auszubauen und zu festigen. Die Wickeltätigkeit schafft zusätzliche Sprachanlässe und indem man das Kind aktiv einbezieht, fühlt es sich wahrgenommen.

Im Alltag konnte ich feststellen, dass Kinder im Alter von wenigen Monaten deutlich signalisieren können, ob sie von einer Person gewickelt, umgezogen oder geduscht werden möchten, oder lieber jemand anderen zulassen. Die Berücksichtigung hat oberste Priorität!

Um die Intimsphäre gewährleisten zu können, ist es wichtig eine Eins-zu eins-Situation in einem separaten Raum zu schaffen.

Der Wickelbereich sollte so gestaltet sein, dass ihn die Kinder selbständig nutzen können. Zum Beispiel kann durch eine Treppe selbst ein jüngeres Wickelkind alleine hochklettern und entscheiden, wann es soweit ist gewickelt zu werden.